Flensburg – Zugspitze mit dem Elektroauto war schon 2013!

Offener Brief an Verkehrsminister Alexander Dobrindt:

Sehr geehrter Herr Dobrindt,
vielen Dank für Ihre Initiative, Schnellladesäulen an allen Deutschen Autobahnraststätten bis 2017 zu installieren. Besonders begrüßenswert ist der griffige Slogan, dass die Fahrt von Flensburg bis zur Zugspitze damit ermöglicht werden soll. Ich habe diese Fahrt bereits im Oktober 2013 mit dem Renault ZOE von Flensburg nach Füssen über insgesamt 1054 km in 24 Stunden 100% elektrisch gemacht; www.eRUDA.de/24-h-fahrt/flensburg-fuessen. Gerne lade ich Sie ein, diese Fahrt nochmals zusammen durchzuführen. Das ist, wie ich finde eine sehr gute Möglichkeit eMobilität und die aktuelle Situation der Ladeinfrastruktur in Deutschland praxisnah zu erschließen.

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Aufbau der Schnellladeinfrastruktur ist kurzfristig geboten
Nach dem „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ – Ziel 1.000.000 Elektroautos bis 2020 – wird von 2011-2016 der Markthochlauf und von 2017-2020 der Volumenmarkt stattfinden. Schon aufgrund dieser Planung sollte das flächendeckende Schnellladenetz mindestens bis 2016 stehen und nicht erst 2017. Sieht man die Aktivitäten des Fahrzeugherstellers Tesla mit dem Aufbau des Supercharger Netzwerkes in Europa, so ergeben sich folgende Schlüsse. Zur erfolgreichen Einführung von Elektrofahrzeugen ist der zeitgleiche Aufbau von Schnelllade Infrastruktur notwendig. Der Aufbau des ersten flächendeckenden Netzwerkes kann in weniger als 12 Monaten erfolgen. Bitte setzen Sie sich dafür ein, den Ausbau in Deutschland zu beschleunigen.

Schnellladung sollte barrierefrei sein
Eine Schnellladeinfrastruktur, die maßgeblich mit Steuergeldern finanziert wird, müsste auch für den Großteil der steuerzahlenden eMobilfahrer nutzbar sein. Mit der einseitigen Festlegung auf den Combined Charging Standard CCS und den Ausschluß des CHAdeMO Standards von der Förderung im SLAM Projekt wird gerade der barrierefreie Zugang verhindert. Immerhin hat sich der CHAdeMo Standard weltweit etabliert und er ist in den Europäischen Nachbarländern das Schnellladesystem, das am meisten verbreitet und genutzt wird.

Elektromobilität erleben!
Mit der www.eRUDA.de veranstalte ich die größte eMobilfahrt Deutschlands, die im Jahr 2014 die eMobilität mit 165 teilnehmenden Fahrzeugen erlebbar machte. Auch 2015 wird die eRUDA wieder in Ihrer Heimat Weilheim zur Veranstaltung „Weilheim eMOBIL“ zu Gast sein (03.10.2015). Ich möchte Sie sehr herzlich einladen, bei dieser Gelegenheit mit den Elektromobilfahrern in Kontakt zu treten.

Mit der www.eTourEurope.eu findet im Mai 2015 über 4.000 km zum zweiten Mal die 100% elektrische Fahrt in 9 Tagen in 9 Europäische Hauptstätte statt. Mit der Aktion „1000 EV’s in motion!“ findet die größte eMobilbewegung Europas statt. Durch die eTourEurope wird neben der Leistungsfähigkeit der aktuellen Elektroautos vor allem der Stand der Schnellladeinfrastruktur in den Ländern, die die Rallye durchfährt gezeigt. Einige unserer Nachbarländer haben diesbezüglich derzeit bereits erheblichen Vorsprung. Ich habe ein breites Netzwerk an eMobilnutzern: Gerne lade ich Sie auch hier zur Diskussion mit den Teilnehmern und Elektroautofahrern bei unserem eMeetingpoint in Berlin am 14.05.2015 ein.

An dieser Stelle möchte ich mich aber trotz der oben stehenden Anregungen für Ihr Engagement zur eMobilität bedanken. Eine Beschleunigung des derzeitigen Markthochlaufes ist überaus notwendig. Denn die Zeit ist reif für die eMobilität: Attraktive und leistungsfähige Elektroautos sind auf dem Markt, der Ausbau der Ladeinfrastruktur wird dringend benötigt, um weitere Verbraucher zu gewinnen. Der Weg zum deutschen Leitmarkt der eMobilität ist für uns als Industriestandort ohne Alternative und bei den richtigen und rechtzeitigen Weichenstellungen erreichbar. Sehr geehrter Herr Dobrindt, helfen Sie dem Markt von der Bremse und geben Sie Strom!

Mit freundlichen Grüßen,

Werner Hillebrand-Hansen
Geschäftsführer eProjekt

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wpadmin, 29. Dezember 2014